Hoffnung auf Frühling

Hoffnung auf Frühling

Erst nach Verlust spüren wir die wahre Bedeutung des Verlorenen.

Seit die Corona-Maßnahmen – sinnvolle wie sinnlose -, unser Leben beherrschen, wurden zwei Sachen offensichtlich. Der Mensch ist und bleibt ein soziales Wesen und auch in einer demokratisch gedachten Gesellschaft bleiben Grundrechte ein Mythos; sie stehen unter Vorbehalt und sind eher eingeräumte Privilegien als Rechte. Denn Grundrechte sind nicht verhandelbar, Privilegien dagegen können schnell entzogen werden; wir erleben es tagtäglich!

Da unser Geschäftskonzept schon vor Corona zu 100% digitalisiert war, Kundenkontakte bereits zu 95% über Telefon, Videoschaltung und Stotax Select liefen, Home Office sowieso zum Konzept gehört und ein Großteil unserer heutigen Kunden aus Branchen kommen, die - zwar teils eingeschränkt -, dennoch betrieblich aktiv sind, waren/sind wir für diese Gesellschaftskrise gut aufgestellt. Aber wir kennen auch die anderen Fälle.

Die restriktiven Maßnahmen zerstören gerade Existenzen. Es ist mit Blick auf die Einkommensseite sehr leicht, die Maßnahmen zu begrüßen, wenn bspw. eine Anstellung im öffentlichen Dienst dafür sorgt, dass am 1. des Monats das Gehalt auf dem Konto ist. Millionen Menschen in Deutschland haben diesen Luxus nicht. Und es ist gerade surreal, dass ausgerechnet die Menschen am stärksten unter den Maßnahmen leiden, die für die Wertschöpfung in diesem Land verantwortlich sind – damit eben am 1. des Monats Mitbürger des öffentlichen Dienstes ihr Geld auf dem Konto haben. Was Wertschöpfung überhaupt bedeutet, wissen bereits Spitzenpolitiker wie bspw. die SPD-Vorsitzende Saskia Esken nicht mehr - sie vertritt die Ansicht, ihr zu 100 % finanziertes Einkommen aus Steuergeldern wäre eine Wertschöpfung.

Wir, das Team von Mein Büro Online GmbH, solidarisiert sich zu 100% mit den Mitbürgern, die in welcher Branche auch immer, wegen den Maßnahmen um ihre Existenz kämpfen. Wir wünschen uns, dass auch privilegierte Mitbürger wie bspw. die des öffentlichen Dienstes mal die Perspektive von Selbstständigen einnehmen und versuchen zu verstehen, warum Verbote immer eine logische Erklärung bedürfen - und diese Erklärungen bspw. bei der teils monatelangen willkürlichen Selektion im Einzelhandels nicht erfolgte.

In unserem Video zitieren wir Baruch de Spinoza, welchen letzten Sinn der Staat tatsächlich hat:

„Der letzte Sinn des Staates ist nicht, zu herrschen, noch die Menschen in Furcht zu erhalten oder sie fremder Gewalt zu unterwerfen, sondern vielmehr den Einzelnen von der Furcht zu befreien, damit er so sicher wie möglich leben und sein natürliches Recht, zu sein und zu wirken, ohne Schaden für sich oder andere, vollkommen behaupten kann. Es ist nicht der Zweck des Staates, die Menschen aus vernünftigen Wesen zu Tieren oder Automaten zu machen. Der Zweck des Staates ist in Wahrheit die Freiheit.“

Baruch de Spinoza (1632 - 1677)

Sowie eine Gedicht von Ludwig Uhland, ein deutscher Lyriker und Germanist und Mitglied des Paulsparlaments, das erstmals umfangreich Grundrechte thematisierte.

Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
sie säuseln und wehen Tag und Nacht,
sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
man weiß nicht, was noch werden mag,
das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden!

Ludwig Uhland (1787 - 1862), deutscher Lyriker und Germanist,
Mitglied des Paulsparlaments

Musik: Johann Sebastian Bach: Air – Orchesterasuite No. 3, BWV 1068 


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